Ein Ort mit Tradition

Die erste Gastwirtschaft im 17. Jahrhundert

Als Kurfürst Friedrich Wilhelm im November 1685 mit dem „Edikt von Potsdam“ den in Frankreich verfolgten Hugenotten ein neues Leben in Preußen ermöglichte, legte er unter anderem auch den Grundstein für unseren heutigen Zollpackhof.

Im „Moabiter Werder“, damals einem Gelände aus Heide, feuchten Wiesen und vielen Bäumen am Nordufer der Spree und noch vor den Toren Berlins gelegen – eröffnete nur wenige Jahre später der Hugenotte Menard eine Gastwirtschaft mit Garten – die „Menardie“. Schon bald war sie beliebtes Ausflugsziel der in Berlin lebenden Hugenotten und der feinen Berliner Gesellschaft.

Die Zeit danach: Von Pulverfabrik bis Zollwesen

Die Geschichte des Geländes ist genauso abwechslungsreich wie die Geschichte Preußens: 1717 wurde nördlich der Straße „Alt Moabit“ eine Pulverfabrik gebaut, die erst 120 Jahre später aus Sicherheitsgründen nach Spandau verlegt wurde. Auf den ehemaligen „Pulverwiesen“ befand sich zwischen 1811 und 1855 „Tichy‘s Badeanstalt“, ein Flussfreibad, in dem 1840 der erste Schwimmverein Berlins gegründet wurde.

Mit der Eröffnung des Lehrter Bahnhofs 1871 musste die Badeanstalt weichen, um Platz für einen Packhof sowie für Gebäude des Steuer- und Zollwesens zu schaffen. Eines dieser Gebäude wurde als "Spiritus-Hof" bezeichnet und später als Casino genutzt. Bis 1920 noch war die Gegend ein beliebtes Ausflugsziel.

Während des zweiten Weltkrieges wurden sowohl der Lehrter Bahnhof als auch die Umgebung des Packhofgeländes größtenteils zerstört. Nur das Casino blieb weitgehend unbeschädigt. Die Ruine des Bahnhofs wurde nach Kriegsende endgültig abgerissen, das Packhofgelände gehörte jedoch weiter der Zollverwaltung. Es siedelten sich einige Speditionsunternehmen an, ansonsten schlummerte das traumhafte Gelände einen Dornröschenschlaf.

Nach dem Mauerfall: Raus aus dem Dornröschenschlaf

Nach Mauerfall, Wiedervereinigung und Regierungsumzug an die Spree „lebt“ das Traditionsgelände wieder auf – mit neuem Charme und Jahrhunderte altem Baumbestand, unmittelbar am Nordufer der Spree mit Blick auf Kanzleramt, die Schweizer Botschaft und mit direktem Zugang zur Uferpromenade.

Der heutige Zollpackhof liegt im neuen Herzen der Stadt und einige der aufregendsten Sehenswürdigkeiten Berlins sind nur einen Katzensprung entfernt: Bundeskanzleramt, Potsdamer Platz, Brandenburger Tor, Reichstag, Siegessäule, der Tiergarten oder das Schloß Bellevue.